Entstehung

„siento“ kommt aus dem Spanischen und heißt „ich fühle“.
„Lo siento“ sagt man in spanischsprachigen Ländern zu den Angehörigen, während ein lieber Mensch im Sterben liegt oder nachdem er verstorben ist. Es meint mehr als unser „herzliches Beileid“ ein aktives „ich fühle mit“.
Daraus resultiert oft die Frage: Wie kann ich dir helfen? Was kann ich dir anbieten, damit es dir wieder besser geht? Was kann ich tun, damit dein Alltag ein wenig einfacher wird?

Meine Erfahrung während des Sterbens und nach dem Tod meines Mannes hat mir gezeigt, dass ich viele Hilfen, die es gegeben hätte und die ich gebraucht hätte, um ihn gut zu begleiten und um bewusster mit meiner eigenen Trauer umzugehen, einfach nicht kannte und so auch nicht nutzen konnte.

Meine Familie und ich haben in vielen Bereichen das Rad neu erfunden, obwohl es längst erfunden war und so viel kostbare Lebenszeit am Computer und am Telefon verbracht. In den vergangenen 3 Jahren habe ich aus vielen Begegnungen und Gesprächen gelernt, dass ich nicht die einzige so aus der Not heraus überaktive Angehörige eines Sterbenden bin, sondern dass es viele meiner Art gibt.
Es kommt sehr auf den Arzt an, der die Diagnose ausspricht und den Patienten „begleitet“ wie und wo man erfährt, welche Hilfen es doch noch gibt, wenn es aus medizinischer Sicht eben keine Hilfe mehr gibt.

Um zumindest den in Köln und im Rhein-Erftkreis lebenden zukünftigen Patienten oder Angehörigen die mir so verlorengegangene Lebenszeit im Voraus zu schenken, habe ich die SIENTO- Stiftung gegründet, die versucht, an der kleinen Stelle der Informationsvernetzung mein Mitfühlen in nützliches aktives Handeln umzusetzen.